Was ist die eTIN?
Die Abkürzung eTIN steht für elektronische Transfer-Identifikations-Nummer. Sie war ein Ordnungsmerkmal, mit dem Arbeitgeber bis einschließlich 2022 die elektronische Lohnsteuerbescheinigung ihrer Beschäftigten an die Finanzverwaltung übermittelt haben. Die eTIN sorgte dafür, dass die gemeldeten Lohndaten dem richtigen Arbeitnehmer zugeordnet werden konnten – ähnlich wie heute die Steuer-ID.
Wichtig zu wissen: Die eTIN war keine Nummer, die dir das Finanzamt persönlich zugeteilt hat. Sie wurde vom Lohnabrechnungsprogramm automatisch aus deinen Stammdaten erzeugt. Du musstest dich also nie selbst um sie kümmern – sie tauchte einfach auf deiner Lohnsteuerbescheinigung auf.
Wie war die eTIN aufgebaut?
Die eTIN bestand aus 14 Stellen mit Großbuchstaben und Ziffern. Sie wurde nach einem festen Schema aus deinem Namen und Geburtsdatum gebildet:
- die ersten vier Konsonanten deines Nachnamens,
- die ersten vier Konsonanten deines Vornamens,
- die letzten beiden Ziffern deines Geburtsjahres,
- der Geburtsmonat als Buchstabe (A für Januar bis L für Dezember),
- der Geburtstag als zweistellige Zahl,
- eine abschließende Prüfziffer.
Weil die Nummer rein aus persönlichen Daten errechnet wurde, konnten in seltenen Fällen zwei Personen dieselbe eTIN erhalten. Das galt als hinnehmbar, weil es unwahrscheinlich war, dass zwei Menschen mit identischer eTIN zufällig in den Zuständigkeitsbereich desselben Finanzamts fielen. Genau diese Schwäche war aber ein Grund, die eTIN abzulösen.
Wofür wurde die eTIN genutzt?
Die eTIN kam vor allem dann zum Einsatz, wenn dem Arbeitgeber die steuerliche Identifikationsnummer des Arbeitnehmers noch nicht vorlag. In diesem Fall durfte er die Lohndaten ersatzweise unter der eTIN melden. Rechtliche Grundlage dafür war § 41b Einkommensteuergesetz, der die Übermittlung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung regelt.
Für dich als Arbeitnehmer hatte die eTIN damit nur eine technische Funktion: Sie verband deine Lohndaten mit deiner späteren Steuererklärung, solange die Steuer-ID noch nicht überall verwendet wurde.
Warum gibt es die eTIN nicht mehr?
Mit dem Ende des Veranlagungszeitraums 2022 wurde die eTIN als Ordnungsmerkmal abgeschafft. Seit dem Veranlagungszeitraum 2023 dürfen Arbeitgeber die elektronische Lohnsteuerbescheinigung nur noch mit der elfstelligen Steuer-Identifikationsnummer übermitteln. Die eTIN ist damit für neue Meldungen nicht mehr zulässig.
Der Grund ist einfach: Die Steuer-ID ist eindeutig, lebenslang gültig und bundesweit einheitlich. Sie schließt Verwechslungen praktisch aus und macht die Zuordnung der Lohndaten deutlich zuverlässiger als die rechnerisch gebildete eTIN.
Die Steuer-ID hat die eTIN abgelöst
Die Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID oder IdNr.) wird seit 2007 vom Bundeszentralamt für Steuern vergeben. Jede in Deutschland gemeldete Person bekommt sie automatisch – schon kurz nach der Geburt. Sie besteht aus elf Ziffern, bleibt dein ganzes Leben lang gleich und ändert sich auch bei Umzug oder Heirat nicht.
Für deine Steuererklärung ist heute fast immer die Steuer-ID das entscheidende Merkmal. Mehr Details dazu findest du im Ratgeber-Bereich rund um Steuer-ID und Steuernummer.
Wo finde ich heute meine Steuer-ID?
Deine Steuer-ID steht auf dem Brief des Bundeszentralamts für Steuern, auf deiner aktuellen Lohnsteuerbescheinigung, im Einkommensteuerbescheid und in deinem ELSTER-Konto. Wenn du keinen dieser Belege findest, kannst du sie über ein Online-Formular des Bundeszentralamts erneut anfordern.
Deine Steuer-ID findest du auf dem Brief des Bundeszentralamts, deiner Lohnsteuerbescheinigung, im Steuerbescheid und im ELSTER-Konto. Fehlt jeder Beleg, kannst du sie online neu anfordern.
Sobald du deine Steuer-ID hast, brauchst du sie für die Kommunikation mit dem für dich zuständigen Finanzamt – etwa beim Einreichen der Steuererklärung oder beim Beantragen von Bescheinigungen.
eTIN auf alten Lohnsteuerbescheinigungen
Hast du noch eine Lohnsteuerbescheinigung aus den Jahren bis 2022 vor dir liegen, kann darauf statt der Steuer-ID eine eTIN stehen. Das ist völlig in Ordnung und war damals korrekt. Du musst nichts nachträglich korrigieren – die alten Daten sind längst verarbeitet.
Für eine nachträgliche Steuererklärung aus diesen Jahren gibst du trotzdem deine Steuer-ID an. Die eTIN brauchst du dafür in der Regel nicht mehr einzutragen, denn die Programme der Finanzverwaltung arbeiten heute durchgängig mit der Steuer-ID.
Steht auf einer alten Lohnsteuerbescheinigung bis 2022 noch eine eTIN, musst du nichts korrigieren. Auch für eine nachträgliche Erklärung gibst du heute einfach deine Steuer-ID an.
Was Arbeitgeber jetzt beachten müssen
Arbeitgeber sind verpflichtet, die Steuer-ID aller Beschäftigten zu erfassen, bevor sie die Lohnsteuerbescheinigung übermitteln. Liegt die Nummer nicht vor, sollte sie rechtzeitig beim Mitarbeiter erfragt werden. Für nicht meldepflichtige Personen – etwa manche im Ausland lebende Beschäftigte – kann die Steuer-ID beim Finanzamt beantragt werden.
Eine Rückkehr zur eTIN ist nicht vorgesehen. Wer als Arbeitgeber noch sehr alte Software nutzt, sollte sie längst auf die ausschließliche Verwendung der Steuer-ID umgestellt haben.
eTIN, Steuer-ID und Steuernummer – nicht verwechseln
Drei Begriffe, die leicht durcheinandergehen: Die eTIN war das alte, automatisch erzeugte Ordnungsmerkmal für die Lohnsteuerbescheinigung. Die Steuer-ID ist deine dauerhafte, persönliche Identifikationsnummer mit elf Ziffern. Die Steuernummer dagegen vergibt dein Finanzamt und kann sich ändern, zum Beispiel bei einem Umzug in einen anderen Finanzamtsbezirk.
Für die meisten Privatpersonen ist heute nur noch die Steuer-ID wirklich wichtig – die eTIN ist Geschichte.
Brauchst du die eTIN noch?
Kurz gesagt: nein. Für aktuelle Steuererklärungen, Lohnsteuerbescheinigungen und jede Kommunikation mit dem Finanzamt zählt die Steuer-ID. Die eTIN begegnet dir höchstens noch als historische Angabe auf alten Unterlagen. Du musst sie weder aktiv suchen noch beantragen.
TippLege deinen Brief vom Bundeszentralamt für Steuern mit der Steuer-ID an einem festen Ort ab – etwa im Ordner für wichtige Dokumente. So musst du die Nummer nie aus alten eTIN-Unterlagen rekonstruieren und hast sie für jede Steuererklärung sofort griffbereit.
Häufige Fragen
Was bedeutet eTIN bei der Steuer?
eTIN steht für elektronische Transfer-Identifikations-Nummer. Sie war bis einschließlich 2022 ein 14-stelliges Ordnungsmerkmal, mit dem Arbeitgeber die Lohnsteuerbescheinigung übermittelt haben, wenn die Steuer-ID noch nicht vorlag.
Wo finde ich meine eTIN?
Auf Lohnsteuerbescheinigungen bis zum Jahr 2022 kann eine eTIN stehen. Auf neueren Bescheinigungen findest du stattdessen deine elfstellige Steuer-ID. Eine eTIN brauchst du heute aber nicht mehr.
Gibt es die eTIN noch?
Nein. Seit dem Veranlagungszeitraum 2023 ist die eTIN abgeschafft. Lohnsteuerbescheinigungen dürfen nur noch mit der Steuer-Identifikationsnummer übermittelt werden.
Was ist der Unterschied zwischen eTIN und Steuer-ID?
Die eTIN wurde automatisch aus Name und Geburtsdatum errechnet und konnte mehrdeutig sein. Die Steuer-ID ist eine eindeutige, lebenslang gültige Nummer mit elf Ziffern, die das Bundeszentralamt für Steuern vergibt.
Brauche ich die eTIN für meine Steuererklärung?
In der Regel nicht. Für die Steuererklärung gibst du heute deine Steuer-ID an. Die eTIN auf alten Bescheinigungen ist nur eine historische Angabe und muss nicht eingetragen werden.