Was ist der Brutto-Netto-Rechner – und warum 2026 neu rechnen?
Dein Bruttogehalt ist der Betrag, den dein Arbeitgeber dir zusagt. Das Nettogehalt ist das, was nach Steuern und Sozialabgaben tatsächlich überwiesen wird. Ein Brutto-Netto-Rechner nimmt dein Brutto, zieht alle Pflichtabgaben ab und zeigt dir das Ergebnis. Für 2026 lohnt sich ein neuer Blick, denn der Gesetzgeber hat den Grundfreibetrag, die Kinderfreibeträge und die Soli-Freigrenze angehoben – das bedeutet für viele etwas mehr Netto.
Vom Brutto zum Netto: Diese Abzüge gibt es
Zwei große Blöcke werden von deinem Brutto abgezogen: die Steuern (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer) und die Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung). Beide hängen von deinem Einkommen ab, die Steuer zusätzlich von deiner Steuerklasse und deinen Freibeträgen. Genau diese Größen kombiniert ein Rechner für dich. Wichtig zu wissen: Die Sozialabgaben fallen unabhängig von deiner Steuerklasse an, während die Lohnsteuer stark davon abhängt – deshalb können zwei Personen mit gleichem Brutto am Ende ein sehr unterschiedliches Netto haben.
Lohnsteuer und der Grundfreibetrag 2026
Bis zum Grundfreibetrag bleibt dein Einkommen steuerfrei. 2026 steigt er um 252 Euro auf 12.348 Euro pro Person, für gemeinsam veranlagte Paare also auf 24.696 Euro. Erst oberhalb dieser Grenze fällt Lohnsteuer an, und zwar progressiv: Je mehr du verdienst, desto höher der Steuersatz. Der gesamte Tarif wird 2026 angepasst, damit eine reine Inflationserhöhung dich nicht in eine höhere Steuerstufe drückt (sogenannte kalte Progression).
Deine Steuerklasse entscheidet mit
Die Steuerklasse steuert, wie viel Lohnsteuer monatlich einbehalten wird. Singles haben meist Klasse I, Alleinerziehende Klasse II, Verheiratete die Kombinationen III/V oder IV/IV. Die Steuerklasse ändert nicht deine Jahressteuer, sondern nur den monatlichen Abzug – über die Steuererklärung wird am Ende alles korrekt abgerechnet. Mehr dazu findest du im Cluster Steuerklassen & Gehalt.
Die Steuerklasse ändert nicht deine Jahressteuer, sondern nur den monatlichen Lohnsteuerabzug. Über die Steuererklärung wird am Ende ohnehin alles korrekt abgerechnet.
Solidaritätszuschlag – für die meisten kein Thema mehr
Der Soli beträgt 5,5 Prozent der Lohnsteuer, wird aber erst ab einer Freigrenze fällig. 2026 steigt diese Grenze auf eine Lohn-/Einkommensteuer von 20.350 Euro (Ledige) beziehungsweise 40.700 Euro (Zusammenveranlagte). Rund 90 Prozent der Steuerzahler zahlen deshalb gar keinen Soli mehr. Direkt oberhalb der Grenze gibt es eine Milderungszone, in der der Zuschlag langsam ansteigt.
Kirchensteuer
Bist du Mitglied einer steuererhebenden Kirche, kommen je nach Bundesland 8 oder 9 Prozent der Lohnsteuer als Kirchensteuer hinzu. Bist du kein Mitglied, entfällt dieser Posten komplett – ein guter Rechner fragt das deshalb ab. Da die Kirchensteuer als Sonderausgabe deine Einkommensteuer mindert, ist die tatsächliche Belastung etwas geringer, als der Prozentsatz zunächst vermuten lässt.
Sozialabgaben 2026 im Überblick
Die Beiträge zur Sozialversicherung teilst du dir grundsätzlich mit deinem Arbeitgeber. Dein Arbeitnehmeranteil setzt sich 2026 so zusammen:
- Rentenversicherung: 18,6 % gesamt, dein Anteil 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 2,6 % gesamt, dein Anteil 1,3 %
- Krankenversicherung: 14,6 % allgemeiner Satz plus durchschnittlich 2,9 % Zusatzbeitrag, jeweils zur Hälfte
- Pflegeversicherung: 3,6 % gesamt, dein Anteil 1,8 % – Kinderlose ab 23 Jahren zahlen 0,6 % Zuschlag allein
Beitragsbemessungsgrenzen 2026
Bis zu bestimmten Grenzen steigen die Beiträge mit deinem Gehalt, darüber bleiben sie konstant. 2026 liegen die Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 8.450 Euro im Monat (101.400 Euro im Jahr) und in der Kranken- und Pflegeversicherung bei 5.812,50 Euro im Monat (69.750 Euro im Jahr). Verdienst du mehr, zahlst du auf den übersteigenden Teil keine Beiträge.
Kinder senken deine Abgaben
Für Kinder gibt es 2026 entweder Kindergeld von 259 Euro pro Monat oder den Kinderfreibetrag von zusammen 9.756 Euro pro Kind – das Finanzamt prüft automatisch, was für dich günstiger ist. Eingetragene Kinderfreibeträge mindern außerdem die Bemessungsgrundlage für Soli und Kirchensteuer und senken deinen Pflegeversicherungsbeitrag.
Halte vor der Berechnung Steuerklasse, Kinderzahl, Kirchenzugehörigkeit, Bundesland und den Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse bereit. Je genauer die Angaben, desto realistischer das Ergebnis.
So nutzt du den Brutto-Netto-Rechner richtig
Halte vor der Berechnung Steuerklasse, Kinderzahl, Kirchenzugehörigkeit, Bundesland und deinen Zusatzbeitrag der Krankenkasse bereit. Je genauer deine Angaben, desto realistischer das Ergebnis. Hast du Fragen zu deinem Bescheid oder zur richtigen Steuerklasse, findest du dein zuständiges Amt schnell über unsere Finanzamt-Suche. Die offiziellen Werte für 2026 stellt das Bundesfinanzministerium bereit; die Tarifformel selbst steht in § 32a EStG.
Sozialabgaben-Arbeitnehmeranteil bei 4.000 € Bruttogehalt im Monat (2026, mit Kind, Zusatzbeitrag 2,9 %)
| Rentenversicherung (9,3 %) | 372,00 € |
| Arbeitslosenversicherung (1,3 %) | 52,00 € |
| Krankenversicherung (8,75 %) | 350,00 € |
| Pflegeversicherung (1,8 %) | 72,00 € |
| Sozialabgaben gesamt | 846,00 € |
vereinfacht, ohne Lohnsteuer/Soli/Kirchensteuer – diese kommen je nach Steuerklasse zusätzlich hinzu
TippVergleiche dein Netto bei Steuerklasse IV/IV mit III/V, wenn ihr verheiratet seid. Die Kombination ändert nur den monatlichen Abzug – aber sie kann eure Liquidität übers Jahr spürbar verbessern, während die Steuererklärung am Ende ohnehin alles ausgleicht.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?
Der Grundfreibetrag steigt 2026 auf 12.348 Euro pro Person. Bis zu diesem Betrag bleibt dein Einkommen komplett steuerfrei, für zusammen veranlagte Paare verdoppelt sich die Grenze auf 24.696 Euro.
Warum ist mein Netto so viel niedriger als mein Brutto?
Vom Brutto gehen Lohnsteuer, eventuell Soli und Kirchensteuer sowie dein Anteil an Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung ab. Zusammen sind das je nach Einkommen schnell 30 bis 45 Prozent.
Muss ich 2026 noch Solidaritätszuschlag zahlen?
Nur wenn deine Lohn- oder Einkommensteuer über 20.350 Euro liegt (40.700 Euro bei Zusammenveranlagung). Etwa 90 Prozent der Steuerzahler zahlen 2026 keinen Soli mehr.
Wie viel Sozialabgaben zahle ich als Arbeitnehmer?
Deinen Anteil 2026: 9,3 % Rente, 1,3 % Arbeitslosen, rund 8,75 % Kranken (inkl. halbem Zusatzbeitrag) und 1,8 % Pflege. Kinderlose zahlen 0,6 % Pflege-Zuschlag zusätzlich allein.
Ändert die Steuerklasse meine Jahressteuer?
Nein. Die Steuerklasse bestimmt nur, wie viel Lohnsteuer monatlich einbehalten wird. Über die Steuererklärung wird deine tatsächliche Jahressteuer berechnet und zu viel Gezahltes erstattet.